"Braucht es sowas wie nrwjazz überhaupt?", hat ein Journalist uns mal gefragt. Wenn es nach der Kooperationsbereitschaft der Jazzakteure in Nordrhein-Westfalen geht muss die Antwort "Maybe" lauten, denn die JazzSzene ist zunächst einmal egozentrisch, unökonomisch, unpolitisch und höchst kompliziert. Trotzdem machen wir nrwjazz und haben uns sogar dabei was gedacht.
Nordrhein-Westfalen verfügt über eine Vielzahl separierter Jazzszenen, z.T. sogar innerhalb der kommunalen Ebene. Die verblüffende Kreativität und das Ausmaß origineller künstlerischer Ideen können dabei oft die natürlichen Grenzen dieser örtlichen und regionalen Szenen nicht überwinden. Dabei bezeichnen selbst viele Akteure die JazzSzene in Nordrhein-Westfalen als Nische, also als eine Sparte der Kultur, die sich somit nicht nur in einer Nische befindet, sondern sich gar in ihr versteckt?
Alles soweit kein Problem, wenn sich genau diese Szene nicht vor allem durch Jammern auszeichnen würde. Es wird darüber gejammert (nicht zu verwechseln mit gejamt), dass es nicht genug Auftrittsmöglichkeiten gibt, dass keine Leute zu den Konzerten kommen, dass keine CD's gekauft werden, das es immer zu wenig und immer weniger öffentliche Förderungen gibt und - last but not least- die Medien den Jazz mehr als stiefmütterlich behandeln.
Zu den Eigentümlichkeiten der urbanen Szenen zählt auch die Fülle an nebeneinander bestehenden Web-Präsenzen. In der von der Initiative Musik und unter Beteiligung von ecce und Landesmusikrat NRW 2012 initiierten Erhebung „Spielstättenporträt“ wurde deutlich, wie lähmend dies im Musikleben ist und eine Verbreitung von innovativen Angeboten verhindert.
Also zersplittert und demütig ist die Szene, wo es doch gerade in Zeiten leerer öffentlicher Kassen darauf ankommt, gemeinsam zu handeln und laut zu sein, um in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.
Politiker sind feige. Wenn es darum geht, die ihrer Meinung nach notwendigen Kürzungen im Kulturbereich zu vollziehen, tuen sie das dort, wo der geringste Widerstand zu erwarten ist. Also heißt es in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Sicherlich kein leichtes Unterfangen, denn, wer mag schon Jazz? Naja, zunächst mögen die Jazzer Jazz. Hinzu kommt, dass in Nordrhein-Westfalen mit Abstand die meisten Jazzmusiker ausgebildet werden. Viele Veranstalter und Initiativen mögen Jazz und - nicht zu vergessen - das Publikum das zu Jazzkonzerten kommt mag Jazz.
Doch viel zu unpolitisch
Ziel des nrwjazz e.V. als Betreiber von nrwjazz.net ist es, die mediale Darstellung der, für das Land Nordrhein-Westfalen so wichtigen, aber von der Politik fahrlässig vernachlässigten Jazzszene zu unterstützen und den überregionalen Austausch zu ermöglichen. Dies geschieht durch:
Aufbau und Pflege einer Internetplattform für Jazz in Nordrhein-Westfalen
kulturpolitische Berichterstattungen jazzrelevanter Themen
journalistische Beobachtung der gesamten Jazzszene mit Berichterstattung in Schrift, Bild und Ton
die Heranführung der Allgemeinheit an die Jazzmusik um dadurch einen Beitrag leisten zur Belebung der nordrhein-westfälischen Kultur- und Jazzszene
Vernetzung von Veranstaltungsorten, Initiativen und Musikern
Dialog und Kooperation mit kulturellen Einrichtungen, Institutionen und sonstigen Einrichtungen
Repräsentation der nordrhein-westfälischen Jazzkultur gegenüber nationalen und internationalen Verbänden.
Hier findest Du die Satzung des nrwjazz e.V.