Pianisten aus der Region bringen neue Jazztöne zu Gehör

Gelsenkirchen, 23.2.2012 | Der Essener Tastendrücker und Folkwang-Professor Thomas Hufschmidt hat sich für „Cape Impressions“ (Laika/Rough Trade) von einer Griechenland-Tournee inspirieren lassen, auch wenn die Platte überhaupt nicht mediterran klingt. Mit Bassist Ingo Senst und Schlagzeuger Thomas Alkier serviert Hufschmidt lyrische, auch mal gegen den Strich gespielte, fein swingende Musik und gefühlvolle Balladen. Das ist keine Neuerfindung des Jazz, aber hat von der ersten bis zur letzten Note viel Qualität. Am 24. Februar tritt Thomaas Hufschmidt zusammen mit dem kanadischen Sänger und Gitarristen Dave Goodman im Essener Katakomben-Theater auf. An gleicher Stelle bringt er am 22. März die brasilianische Sängerin Yara Linss mit.

+ Der Kölner Pianist Hans Lüdemann wagt da schon mehr. „Die Kunst des Trios 1-5“ (BMC/Codaex) hat er seine fünf CDs und eine Konzert-DVD umfassende Box mit 75-seitigem Booklet genannt. Die Idee: mit fünf verschiedenen Trios in der Besetzung Klavier-Bass-Schlagzeug am selben Ort (das Kölner LOFT) ganz Unterschiedliches aufzunehmen. Faszinierend vielschichtig ist diese Box naturgemäß geworden. Hans Lüdemann gibt dem interessierten Hörer in seinen so unterschiedlich konzeptionierten Trios spannende Einblicke in die hohe Kunst der Jazzimprovisation.

+ Geografisch ziemlich genau in der Mitte befindet sich das Sebastian Gahler Trio aus Düsseldorf. Der Pianist und seine beiden Partner Nico Brandenburg (Bass) und René Marx (Drums) verzahnen traumhaft ineinander in ihrem lyrischen, melodiösen und so klangfarbenreichen Spiel. „Trust“ (edel Content/edel Kultur) ist eine zeitlos schöne und sehr empfehlenswerte Trio-Jazzplatte mit hier und da einem kleinen Schuss Melancholie geworden. Am 1. März spielt das Sebastian Gahler Trio in der Ellington Bar in Düsseldorf und am 25. Mai im Palais Wittgenstein im Rahmen der Düsseldorfer Jazz Rally.

Text: cg